Inklusives Theater

DAS WEIHNACHTSWUNDER

Theaterstück nach dem Roman „Die Weihnachtsgeschichte“ von Dickens

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Von August 2019 bis Januar 2020 inszenierten und spielten wir sieben Auszubildende aller Fachbereiche der Beruflichen Schulen Hermannswerder und 17 Menschen mit Behinderung der Oberlin Werkstatt die Geschichte des Geizkragens Scrooge, der seine Mitarbeiter schikaniert, für niemanden ein gutes Wort übrig hat und für den das Weihnachtsfest „Humbug“ ist, an welchem die Leute lieber arbeiten sollten. In einem Inklusionstheater wie dem Ensemble MITEINANDERs haben die Wünsche der Ensemblemitglieder Priorität bei der Auswahl des Stoffes, der als nächstes auf die Bühne gebracht werden soll. Bei der „Weihnachtsgeschichte“ war das in ganz besonderer Weise der Fall, da die Geschichte durch diverse Verfilmungen bei fast allen Mitwirkenden bekannt war und diese darauf brannten, in die Rollen ihrer „Helden“ zu schlüpfen. Die große Zustimmung für die Stückauswahl und die Freude beim Eintauchen in die Geschichte wurde gleich in den ersten Improvisationen deutlich. Schnell waren die Teams gebildet.


Probenwoche in der Bildungsstätte Hirschluch

Bei der traditionellen Theaterprobenwoche in der Jugendbildungsstätte Hirschluch konnten alle Szenen – sowohl die Bühnen –  als auch die Filmszenen angelegt werden. Auch unser Orchester erarbeitete bereits in Hirschluch die wesentlichsten Einsätze, so dass wir am vorletzten Tag der Probenwoche Schauspiel und Musik zusammenführen konnten. Parallel dazu entwarfen und bauten die Ausstatter*innen unter professioneller Anleitung am Bühnenbild und an den Requisiten.


Am Set in der Metallwerkstatt

Da unser Konzept im Wesentlichen darauf basierte, die Figuren nah an die Lebenswirklichkeit der Mitwirkenden zu rücken, wählten wir als Dreh- bzw. Spielorte Locations auf dem Campus der Werkstätten. In vertrautem Terrain und durch den Einsatz des Mediums Film spielten sich gerade die Darsteller frei, die noch nicht über viel Erfahrung verfügten.


Aufführung im T-Werk am 8. Januar 2020

Die Endproben schließlich verliefen sehr vielversprechend und so wurde auch die Premiere in der Inselkirche Hermannswerder mit über 150 Gästen ein großer Erfolg. Die zwei folgenden Aufführungen am nächsten Tag wurden von 600 Beschäftigten und Mitarbeitern der Oberlin Werkstätten besucht. Eine weitere Aufführung wurde in der Oberlinschule unter Anwesenheit von 350 Schülern sowie ihren Betreuerinnen und Betreuern auf die Bühne gebracht. Für uns war ein ganz besonderer Erfolg der Auftritt in der renommierten Spielstätte T-Werk in der Schiffbauergasse Anfang Januar. Die Aufführung war dank effizienter Werbemaßnahmen mit 120 Plätzen ausverkauft und konnte einer gemischten Potsdamer Öffentlichkeit sowie vielen Kindern die Ergebnisse unserer inklusiven Theaterarbeit nahe bringen. Insgesamt kamen über tausend Zuschauer*innen und in die fünf Vorstellungen.